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Viel zu warm: Fast alle Gletscher stellen Sommerskibetrieb ein

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu Skigebiete-Test oder unserem Sommerportal TouriSpo habt, könnt ihr mich jederzeit... Mehr erfahren
aktualisiert am Jul 29, 2022

Die Alpengletscher schmelzen heuer im Rekordtempo. Nicht nur die aktuelle Hitzewelle ist schuld daran, bereits der Frühling war viel zu warm und im Winter ist deutlich weniger Neuschnee gefallen. Jetzt im Juli ist kaum noch was übrig von der weißen Pracht. Viele Sommerskigebiete haben ihren Betrieb bereits eingestellt. Mit Zermatt kapituliert nun auch eines der zwei Ganzjahresskigebiete. Lediglich am Hintertuxer Gletscher sind noch einige wenige Pisten für Touristen geöffnet, wie lange ist aber auch dort fraglich.

Was man sonst nur von den Septembertagen kurz vor dem ersten großen Wintereinbruch kannte, ist heuer bereits deutlich früher Realität: Auf den Gletschern in den Alpen liegt kaum noch Schnee. Die zweistelligen Temperaturen bis in 3500 Metern Höhe haben den Pisten stark zugesetzt und machen Skifahren fast komplett unmöglich. Selbst für angemeldete Trainingsgruppen der Weltcup- und Nachwuchsteams, die den Großteil der Besucher in diesen Wochen ausmachen, können nur noch vereinzelte Pisten in ganz wenigen Skigebieten geöffnet werden.

Hier wurde der Skibetrieb schon eingestellt

Während vor einem Jahr am Stilfser Joch noch reihenweise Skiteams trainierten, stehen die Skilifte heuer seit Mitte Juli still.
zur Webcam   © Società Impianti Funiviari Allo Stelvio Während vor einem Jahr am Stilfser Joch noch reihenweise Skiteams trainierten, stehen die Skilifte heuer seit Mitte Juli still.

Nichts geht aktuell mehr am Stilfser Joch in Südtirol. Das einzige reine Sommerskigebiet in den Alpen hat am 20. Juli 2022 seinen regulären Betrieb vorübergehend eingestellt. Die warmen Temperaturen haben am Gletscher nicht mehr viel übrig gelassen vom Schnee. Wo sich vor einem Jahr noch reihenweise Trainingsgruppen aus aller Welt auf die neue Saison vorbereitet haben, sieht man heute vor allem Geröll und Schmelzwasser zwischen vereinzelten Schneeresten.

Bereits Anfang Juli hatte man in den französischen Gletscherskigebieten die Reißleine gezogen und aufgrund der zu warmen Temperaturen den Skibetrieb in Les 2 Alpes und auch in Tignes/Val d'Isère gestoppt. Hunderte Athleten halten sich dort normalerweise im Hochsommer auf, um auf den Pisten sowie der Cross-Strecke und im Snowpark zu trainieren.

In Saas-Fee in der Schweiz sind üblicherweise im Sommer rund 20 Pistenkilometer am Gletscher für alle geöffnet. Aktuell sind es weniger als die Hälfte und die stehen ausschließlich einigen angemeldeten Trainingsmannschaften zur Verfügung. Der öffentliche Skibetrieb wurde hier Mitte Juli gar nicht erst gestartet – zum ersten Mal überhaupt. Wie lange man nun für die ausgewählten Teams noch sichere Bedingungen liefern kann, ist unklar, denn täglich wird der Schnee weniger.

Den Sommer-Skibetrieb vorübergehend komplett stoppen wird man ab 29. Juli im Ganzjahresskigebiet in Zermatt. Viele Skiteams, darunter auch die Schweizer Profis, mussten dort in dieser Woche das Training bereits vorzeitig abbrechen. Laut Bergbahnen liegen dort lediglich noch 12 Zentimeter Schnee im Gletscherskigebiet. "Die grossen Gletscherbewegungen haben Auswirkungen auf die Spaltenaktivität. Daher werden die bereits durch den Schneemangel verursachten Herausforderungen für den technischen Unterhalt der Transportanlagen sowie für den Unterhalt der Pisten immer grösser und können nicht mehr vollumfänglich gemeistert werden", heißt es dazu seitens der Zermatt Bergbahnen.

Nur noch Hintertux für alle geöffnet

Lediglich sechs Pistenkilometer sind am Hintertuxer Gletscher Ende Juli noch geöffnet. Normalerweise sind es dreimal soviele Abfahrten.
zur Webcam   © Panomax / Hintertuxer Gletscher Lediglich sechs Pistenkilometer sind am Hintertuxer Gletscher Ende Juli noch geöffnet. Normalerweise sind es dreimal soviele Abfahrten.

In Österreich ist bereits seit Juni nur noch ein Gletscherskigebiet geöffnet. Unter anderem am Kitzsteinhorn und am Mölltaler Gletscher hat man den Skibetrieb heuer vorzeitig eingestellt. Aber auch im Ganzjahresskigebiet am Hintertuxer Gletscher wird der Schnee immer weniger. Lediglich sechs Pistenkilometer sind überhaupt noch für die Besucher, darunter auch wieder viele Trainingsteams und diverse Lehrgänge, geöffnet. Knapp 25 Zentimeter Schnee liegen noch auf der Piste, doch auch hier wird die Schneedecke täglich dünner. Wie lange man den Skibetrieb noch aufrecht halten kann, ist unklar.

Die Verantwortlichen der Skiteams suchen bereits nach Alternativen. Während die einen auf Trockentraining ausweichen oder eine Trainingseinheit in einer Skihalle einlegen, steigen viele Weltcupteams in den nächsten Wochen in den Flieger Richtung Südamerika. Dort ist gerade Winter und die Skisaison in Chile und Argentinien läuft auf Hochtouren. Vereinzelt hebt man auch in Richtung Australien und Neuseeland ab, wo ebenfalls aktuell die Hauptsaison in den Skigebieten startet.

>> Aktuelle Schneehöhen in Südamerika
>> Aktuelle Schneehöhen in Australien und Neuseeland
 

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