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Die Lifte bleiben zu: Total-Ausfall für die Skisaison in Ischgl

Auf Skiern stand ich schon als Kind und kann es seitdem jeden Winter aufs Neue kaum erwarten wieder auf die Piste zu kommen. Deshalb ist es umso schöner, dass ich nach meinem Studium in Medien und Kommunikation einen Job als Redakteurin bei Skigebiete-Test gefunden habe, in dem sich alles um mein Lieblings-Hobby dreht. Wenn ihr Fragen zu mir oder rund um das größte Wintersportportal... Mehr erfahren

aktualisiert am Mar 3, 2021

Immer wieder wurde der Saisonstart verschoben, nun steht es fest: Die Skisaison 2020/2021 fällt in Ischgl komplett aus. Das gab die Silvrettaseilbahn AG am Mittwoch, 3. März, bekannt. Im Gegensatz zu den anderen Skigebieten in Österreich, wird in diesem Winter in Ischgl kein Skilift in Betrieb gehen. Zu hoch sind die Auflagen, zu gering die Öffungsperspektiven für die Hotellerie und zu groß das Risiko durch die neuen Virusmutationen. Hinzu kommt die besondere Lage des länderübergreifenden Skigebiets an der Schweizer Grenze.

"Entscheidung war alternativlos"

Bis zuletzt liefen die Vorbereitungen für den Saisonstart in Ischgl auf Hochtouren. Die Hoffnung war groß und auch die frühzeitig erarbeiteten, umfangreichen Sicherheitskonzepte wurden stetig an die neuen Vorschriften angepasst. Doch jetzt hat man der Warterei ein Ende gesetzt: Nachdem bei der Pressekonferenz der österreichischen Regierung Anfang der Woche erneut keine Perspektiven zur Öffnung von Hotellerie und Gastronomie genannt wurden, haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der Silvrettaseilbahn AG am späten Dienstagabend, 2. März 2021, gemeinsam entschieden: Die Wintersaison 2020/2021 in Ischgl ist nun endgültig abgesagt.

„Angesichts des nach wie vor beunruhigenden Infektionsgeschehens, der verschärften Reiserestriktionen und der noch immer fehlenden Perspektiven für Öffnungsschritte in Gastronomie und Hotellerie ist eine Aufnahme des Skibetriebes für uns weniger denn je vertretbar. Die Entscheidung, nicht mehr in die Wintersaison zu starten, war daher alternativlos“, erklären die beiden Vorstände Markus Walser und Günther Zangerl. Hinzu kommt: „Für uns war und ist es zentral, kein unnötiges Risiko einzugehen, denn die Gesundheit von Gästen, Mitarbeitern und Einheimischen hat oberste Priorität."

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Unterschiedliche Regeln in Österreich und Schweiz

In der Silvretta Arena kann man mit den Skiern direkt zwischen Österreich und der Schweiz pendeln.
© TVB Paznaun - Ischgl In der Silvretta Arena kann man mit den Skiern direkt zwischen Österreich und der Schweiz pendeln.

Eigentlich hätte die Skisaison in Ischgl bereits am 17. Dezember 2020 starten sollen. Dann kam der zweite Lockdown in Österreich. Während die meisten österreichischen Skigebiete aber nach den ersten Lockerungen an Weihnachten in die Saison gestartet sind, verkündete Ischgl den Aufschub des Saisonstarts auf die zweite Januarhälfte (wir berichteten).

Grund dafür war unter anderem die besondere Lage der Silvretta Arena. Diese erstreckt sich nämlich vom Tiroler Skiort Ischgl bis nach Samnaun in der Schweiz. Zahlreiche Seilbahnanlagen enden direkt an der Staatsgrenze (Pistenplan). Durch die unterschiedlichen Corona-Regelungen in beiden Ländern war ein grenzübergreifendes Skivergnügen bereits im Dezember kaum umsetzbar.

Die Problematik ist bis heute geblieben und hat sich weiter verschärft. Denn zu den unterschiedlichen Vorschriften zu Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkungen kommen inzwischen auch strenge Auflagen bei der Einreise. Die Fahrt von Tirol in die Schweiz, also von Ischgl nach Samnaun, ist mit einem negativen Coronatest grundsätzlich möglich, weil das Land Tirol in der Schweiz aktuell nicht als Risikogebiet gilt. Die Schweiz ist allerdings in Österreich als Risikogebiet eingestuft. Wer aus der Schweiz nach Österreich einreist, muss sich umgehend in eine 10-tägige Quarantäne begeben. Die Fahrt von den Samnauner Pisten zurück nach Ischgl ist also nicht möglich.

>> Skifahren im Corona-Winter: So sieht es in den anderen Ländern aus

Testpflicht für Skifahrer in Tirol

Darüber hinaus gilt in Tirol seit Mitte Februar eine Testpflicht auf der Piste (wir berichteten). Skifahrer müssen einen negativen Coronatest vorweisen können, der maximal 48 Stunden alt ist. Wegen der sich in Tirol stark ausbreitenden südafrikanischen Virusmutation benötigt auch jeder, der aus dem Bundesland ausreisen möchte, einen negativen Test.

Geschlossene Hotels und strenge Auflagen sorgten bereits vor der Einführung der Testpflicht vor allem in den großen österreichischen Skigebieten für schlechte Besucherzahlen. Die meisten Skigebiete sind trotz großen Umsatzverlusten aber weiterhin geöffnet, wenn auch nur mit eingeschränktem Lift- und Pistenangebot oder im Wochenendbetrieb (Liste offene Skigebiete). Lediglich einige wenige Skiresorts wie Ischgl, Gurgl und mehrere Gletscher haben den Betrieb gar nicht gestartet.

>> Ausfall der Wintersaison sorgt für Milliardenverluste im Alpenraum

Skifahren in der Silvretta Arena trotzdem möglich

Auf der Schweizer Seite der Silvretta Arena in Samnaun sind die Lifte bereits seit Dezember in Betrieb (siehe Webcam). Da nur ein begrenztes Lift- und Pistenangebot besteht, werden die Skipässe aber zu günstigeren Preisen angeboten. Auf der Ischgler Seite dürfen lediglich Skitourengeher, Schneeschuh- und Winterwanderer die Pisten und Skiwege bis auf Weiteres nutzen. Da diese aktuell nicht gesichert sind, erfolgt die Nutzung allerdings auf eigene Gefahr.

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Auch die drei anderen Skigebiete im Paznaun sind geöffnet. Skifahren in See ist für Einheimische und Tagesgäste täglich möglich. Kappl und Galtür öffnen ihre Anlagen im Wochenendbetrieb. In Ischgl wird man dann erst am 25. November 2021 in die neue Skisaison starten. Dann sicher auch wieder mit großem öffentlichen Interesse, denn der bekannte Skiort im Paznaun steht in der Pandemie besonders im Fokus. Ischgl war im März 2020 das erste Skigebiet in Österreich, das wegen dem Ausbruch des Coronavirus schließen musste (wir berichteten). Vor allem die Partyszene der Après-Ski-Hochburg stand seitdem immer wieder stark in der Kritik. Viele Politiker zogen Ischgl in ihren Reden als Synonym für einen unkontrollierten Corona-Hotspot heran.

>> Corona-Ticker: Aktuelle Lage in den Skigebieten

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