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Garmisch: Neuer Skitunnel und Bewerbung um Ski-WM 2027

Auf Skiern stand ich schon als Kind und kann es seitdem jeden Winter aufs Neue kaum erwarten wieder auf die Piste zu kommen. Deshalb ist es umso schöner, dass ich nach meinem Studium in Medien und Kommunikation einen Job als Redakteurin bei Skigebiete-Test gefunden habe, in dem sich alles um mein Lieblings-Hobby dreht. Wenn ihr Fragen zu mir oder rund um das größte Wintersportportal... Mehr erfahren

aktualisiert am May 1, 2021

Nach dem schwierigen Winter 2020/2021 plant Garmisch-Partenkirchen nun für die Zukunft. Obwohl die Einnahmen durch die ausgefallene Skisaison quasi komplett weggefallen sind, wird im Skigebiet Garmisch-Classic für 1,5 Millionen Euro ein neuer Skitunnel gebaut, der den alten Seillift am Kreuzeck ersetzen wird. Eröffnet werden soll der neue Zubringer bereits im nächsten Winter. Darüber hinaus bewirbt sich der bayerische Wintersportort offiziell als Ausrichter der alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2027.

Skitunnel ersetzt Seillift am Kreuzeck

Der Seillift wird durch einen Skitunnel mit Förderband ersetzt. So kann auch der Skiweg verbreitert werden.
© Skigebiete-Test Der Seillift wird durch einen Skitunnel mit Förderband ersetzt. So kann auch der Skiweg verbreitert werden.

Das Skigebiet Garmisch-Classic bekommt einen neuen Skitunnel mit Förderband. Dieser soll den alten Seillift am Kreuzeck ersetzen und damit unter anderem die Gefahrenstelle an der Kreuzung zwischen dem Einstiegsbereich des Zubringers und dem Skiweg Richtung Längenfelder entschärfen. Dazu erhält der neue Zubringerlift eine eigene Zufahrt mit geringem Gefälle zum Einstiegsbereich. Diese soll sechs Meter breit werden und kann so mit einer Pistenraupe präpariert werden. Die Kollisionsgefahr von Skifahrern im Kreuzungsbereich wird so auf ein kurzes, flaches Wegeteilstück mit niedrigen Fahrgeschwindigkeiten reduziert, erklärt der Technische Leiter Karl Dirnhofer.

Das Förderband ersetzt den alten Seillift mit einer leicht veränderten Trassenführung. Während der Einstieg etwa an der gleichen Stelle bleibt, wird der Ausstieg vorgelagert und befindet sich dann rechts vom Hexenkessel-Hang Richtung Kreuzalm. Zudem verläuft der obere Teil des Zubringers über eine Länge von 45 Metern als Tunnel unter dem Skiweg hindurch. Das entschärft die Kreuzungssituation vom Ausstieg und dem Skiweg vom Kreuzeckhaus Richtung Längenfelder-Lift und ermöglicht darüber hinaus eine Verbreiterung des Skiwegs um zwei Meter. Die ersten 45 Meter des Zubringers sind als Galerie angelegt, die halbseitig zur Talseite Garmisch geöffnet ist.

>> Zum Pistenplan 

Bauprojekt wird trotz Corona umgesetzt

So sieht der Lageplan des Bauprojekts zum Skitunnel aus. (Erklärung siehe unten)
© Bayerische Zugspitzbahn So sieht der Lageplan des Bauprojekts zum Skitunnel aus. (Erklärung siehe unten)

Geplant ist das Projekt schon seit einigen Jahren. Dass es ausgerechnet in diesem Jahr, nach der wegen der Corona-Pandemie ausgefallenen Skisaison umgesetzt wird, hat mehrere Gründe. Für den geplanten Bau besteht bereits eine Baugenehmigung, die jedoch 2021 ausläuft. Darüber hinaus steht eine notwendige Verlegung der Wasserleitung und des Kanals von der Hochalm und der Bergstation der Alpspitzbahn Richtung Kreuzeck-Bergstation an. Auch für diese Baumaßnahme läuft das Förderprogramm in diesem Jahr aus.

Deshalb hat die Bayerische Zugspitzbahn in Absprache mit den Gemeindewerken die Entscheidung getroffen, die ohnehin notwendige Baustelle für die Kanalverlegung zu nutzen und das Bauprojekt des neuen Zubringerlifts in diesem Zuge mitumzusetzen. Die Bauarbeiten sollen nach der Schneeschmelze, also voraussichtlich im Mai starten und rund vier Monate dauern. Der neue Skitunnel kann damit in der nächsten Skisaison 2021/2022 bereits in Betrieb genommen werden. Investiert werden für den neuen Skitunnel rund 1,5 Millionen Euro.

Erklärung zum Bild:
Oben rechts ist der Ausstieg des Hexenkessel-Lifts zu sehen. Der neue Zubringer Richtung Hexenkessel-Hang ist pink eingezeichnet mit seinen zwei Teilen als Galerie und Tunnel. Die grüne Fläche ist die neue Zufahrt zum Förderband von Osterfelder beziehungsweise Hochalm kommend. Die Abfahrt vom Hexenkessel Richtung Osterfelder verläuft analog zur Forststraße.

Bewerbung um alpine Ski-WM 2027

Das Rennen um die Ski-WM 2025 verlor Garmisch-Partenkirchen gegen Saalbach.
© Skigebiete-Test Das Rennen um die Ski-WM 2025 verlor Garmisch-Partenkirchen gegen Saalbach.

Und es gibt noch mehr Neuigkeiten aus Garmisch. Die bayerische Marktgemeinde bewirbt sich offiziell als Austragungsort für die alpine Ski-Weltmeisterschaft 2027. Die Entscheidung dazu fiel Mitte April nach einer Abstimmung im Gemeinderat mit 23 zu sechs Stimmen. Auf die Kritik von den Grünen und dem Bund Naturschutz reagiert man im Rathaus mit der Absicht, eine nachhaltige Ski-WM ausrichten zu wollen. Für den Wettbewerb soll es keine Änderungen an den bestehenden Rennstrecken unter dem Kreuzjoch geben. Dort finden bereits seit vielen Jahren sowohl Damen- als auch Herrenrennen des Ski-Weltcups statt.

In der Bewerbung um die Ski-WM 2025 hatte Garmisch-Partenkirchen bereits das Nachsehen. Den Zuschlag erhielt stattdessen der österreichische Konkurrent Saalbach (wir berichteten). Für die Ski-WM 2027 muss sich die oberbayerische Gemeinde nun gegen den Schweizer Mitbewerber Crans-Montana durchsetzen. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Frühjahr 2022.

Gewinnt Garmisch-Partenkirchen die Vergabe, richtet der oberbayerische Wintersportort das Großevent schon zum dritten Mal aus. Denn auch in den Jahren 1978 und 2011 wurde die alpine Ski-Weltmeisterschaft hier ausgetragen. Nach der diesjährigen Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo steht die nächste Ski-WM 2023 im französischen Courchevel-Méribel an.

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